Gesunde Füße für Ihr Kind

Gesunde Füße tragen einen Menschen Zeit seines Lebens einmal um die ganze Erde. – Schenken Sie Ihrem Kind von Anfang an die Möglichkeit „mit gesunden Füßen“ durch das Leben zu gehen!

Leider gibt es eine „unerfreuliche“ Realität heutiger Kinderfüße:

2/3 aller Kinder tragen zu kleine Schuhe und

die Hälfte der Kinder hat verformte Füße und

1/3 laufen niemals barfuß…

Eine traurige und zugleich erschütternde Erkenntnis – oder?

Aber das muss nicht sein – Kinderfüße können gezielt gefördert und gebildet werden. Mein Appell an Sie als Eltern:

Geben Sie Ihrem Kind oder Kindern die Möglichkeit – die SIE vielleicht nie hatten – und lassen sich durch „Fachleute“ beraten und betreuen. Denn die Füße Ihres Kindes haben es verdient „gesund zu bleiben“! Z.B. durch gezieltes „barfuß Laufen“, richtige und passende Schuhe und fördernde Fuß- Gymnastik. Eine Mehrzahl aller späteren Fußprobleme können durch diese Methoden verhindert werden.

Sie als Eltern kennen vielleicht aus eigener Erfahrung ein paar Folgen, die auftreten können, wenn Fußdeformationen vorhanden sind. Viele von Ihnen kennen die Begriffe wie Senk-und Spreizfuß, Knick-oder Plattfuß oder sogar die Begriffe Hallux Valgus und Hammerzehen.

 Gehen wir doch kurz zur Anatomie der Füße:

Für Dinge wie Auto, Computer, Fernseher oder Haushaltsgeräte gibt es Gebrauchsanweisungen. Dort steht drin, wie das Hightech-Gerät benutzt wird. Einwandfreies Funktionieren und lange Lebenserwartung hängen direkt vom richtigen Gebrauch ab – stimmt´s? Tja, – und dieses Prinzip gilt auch für den menschlichen Körper, insbesondere für die Füße!

Der Fuß ist ein Bio-Hightech-Präzisionsinstrument erster Güte.

Die meisten Menschen verstehen jedoch von technischen Geräten wesentlich mehr als von ihren eigenen Füßen.

Deshalb haben es sich „Podologen“ (Podologie = Heilkunde am Fuß) zur Aufgabe gemacht, sich um dieses Wunderwerk der Natur von Anfang an zu kümmern.

26 Knochen sind mit über 33 Gelenken verbunden, über 100 Bänder geben Halt. 20 Muskeln mit ihren starken Sehnen sorgen für die Bewegung und für festen Stand. Dazu kommen eine Vielzahl von Nerven.

Vor allem Kinderfüße sind ein „Geniestreich der Natur“ im Kleinformat.

Gleich vorab – die meisten Auffälligkeiten bei Neugeborenen sind harmlos und wachsen sich in der Regel aus –  z.B. der Sichelfuß – echte Fußmissbildungen treten bei nur 3-4 % aller Neugeborenen auf – wie z.B. ein angeborener Klumpfuß. Dieser muss durch erfahrene Ärzte und Therapeuten sofort behandelt werden.

Säuglinge haben erst mal richtig süße Plattfüße…das ist völlig normal. Die Fußgewölbe sind beim Säugling noch nicht ausgebildet – also keine Panik – dieser Gewölbeaufbau kommt erst mit dem Erlernen des Gehens – dann wird der Fuß von innen heraus – drei-dimensional umgestaltet – ganz schön clever – oder?

Auch können Säuglinge die Knie nicht ganz durchstrecken und es entsteht der Eindruck von O-Beinen. Aber mit den krummen Beinen ist es wie mit den platten Füßen – die Bewegungsintelligenz ist mittels Wachstumsdynamik einprogrammiert – die Beine wachsen sich gerade.

Und beim Kleinkind:

Knickfüße und X-oder O-Beine sind auch hier meist harmlos und normal. Es gibt aber hier bereits Ausnahmen – wie z.B. einseitige X – oder O Beine – aber auch ein KNICKFUSS über das Kleinkindalter (bis maximal zum 6. Lebensjahr) hinaus – muss behandelt werden, denn sonst kommen die Füße ihres Kindes „sprichwörtlich auf die schiefe Bahn“. Lassen Sie sich nicht vertrösten…das wachse schon zurecht…das ist eine Wunschvorstellung vieler Kinderärzte – ein Knickfuß im Schulkindsalter wächst sich nicht von alleine aus!

Ab dem 6. Lebensjahr ist es wichtig, einmal genau hinzusehen, wie sich die Füße Ihres Kindes entwickeln. Mal ehrlich – wer tut das wirklich zielgerichtet – lassen Sie sich auch hier von einem Podologen beraten – vor allem beim Schuhkauf!

Kinderfüße brauchen Herausforderung, Auslauf und Frischluft – um zu gesunden, kräftigen Füßen heranzuwachsen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Was im Säuglings-und Kleinkindalter noch harmlos ist – ist beim Schulkind bereits als ein „Fußproblem“ anzusehen:

Knickfuß – Fersen stehen von hinten schräg

Senkfuß – Fußlängsgewölbe abgeflacht z.B. durch zu frühes Tragen von Schuhen oder das Nichtfördern desselben

Plattfuß – Fußlängsgewölbe zusammengebrochen – auch hier kann das Tragen von falschem Schuhwerk eine große Rolle spielen

Und zu guter Letzt noch der Hohlfuß (extrem hoher Rist).Eine Fußveränderung, die auf jeden Fall behandelt werden muss

Orthopädische Fußprobleme bei Kindern liegen gleich nach den Pilzinfektionen auf RANG 2. Ja, richtig gehört – auch Pilzinfektionen bei Kindern ist leider ein großes Thema.

Viele Eltern fragen sich jetzt vielleicht – kann ich meinem Kind vielleicht sogar Fußprobleme – also Fußdeformationen vererben ???

JA –und NEIN – die Studien belegen:  1/3 ist Vererbung ja – aber leider sind 2/3 Fehlverhalten ! Diese 2/3 müssen also nicht sein, wenn man rechtzeitig eingreift und sich um die Füße seines Kindes frühzeitig kümmert.

Aber wie:

Eine sehr wichtige Rolle spielt der richtige SCHUH für Ihr Kind!

Kinderschuhkauf ist kein Kinderspiel – denn Kleinkinderfüße wachsen monatlich bis zu zwei Millimeter, das sind ganze 3! Schuhgrößen pro Jahr. Platznot ist das Fußproblem Nr. 1! Die Füße können nicht mehr richtig abrollen – der Vorfuß wird gestaucht, gespreizt und bereits im zarten Lebensalter „geschädigt“ und das noch unwiderruflich!

Kinder können meist nicht einschätzen, wo und ob der Schuh drückt. Die „altbewährte“ Daumenprobe versagt bei Kinderschuhen – denn viele Kinderschuhe sind vorne zu eng genäht. Aber – auch wenn Kinderschuhe zu groß oder zu weit gekauft werden, führt dies zu Problemen. Beim Abrollen rutscht der Fuß nach vorne und wird wiederum gestaucht – in zu weiten Schuhen findet die Ferse keinen Halt und schlappt aus dem Schuh. Ein zu großer oder zu weiter Schuh ist fast so schlimm – wie ein zu kleiner Kinderschuh!

Fazit: Hier ist eine Einkaufshilfe dringend notwendig – denn die traurige Bilanz beim Kinderschuhkauf ist meist ein unqualifiziertes Personal im Schuhladen – deshalb sind SIE als Eltern gefragt. Sie kennen die Füße Ihres Kindes und können sich auf den „Schuhkauf“ vorbereiten – z.B. durch eine Checkliste für Kinderschuhe:

Passlänge: Zehenraum mit 1 – 1,5 cm Platzreserve und genügend Höhe (Möglichkeit hier: eine Umriss-Skizze aus Karton sowie ein Maßband)

Passweite: erschließt sich aus der Messung von Fußlänge und Fußbreite (Maßband und Schablone).

Zeichnen Sie die Umrisse der Füße Ihres Kindes auf ein Stück dünnen Karton – vorne 1 – 1,5 cm zugeben – ausschneiden und die Schablone in den Schuh einlegen. Dort muss sie Platz finden. Dann gehen Sie mit den Findern in den Zehenraum: Eine Daumendicke muss die Höhe mindestens betragen. Viele Schuhe sind vorne runtergenäht und die Naht drückt auf den Zehennagel. Findet ein Fuß bei richtiger Passgröße keinen Halt und die Ferse schlappt aus dem Schuh, ist der Schuh zu breit,  n i c h t  zu groß. Verlangen Sie ein schmaleres Modell – nicht ein  k l e i n e r e s  Modell. Eine Nummer kleiner – ist eine Todsünde beim Kauf von Kinderschuhen!

Sohle: dünn, flexibel und flach! Sie muss mit leichtem Druck um 90 Grad gebeugt und um 90 Grad spiral verdreht werden können! Beides muss möglich sein!

Fußbett: flach – keinesfalls nach innen abfallend – am besten mit einer kleinen Fußgewölbs-Stütze

Obermaterial: atmungsaktiv und geschmeidig

Leider produzieren bei weitem nicht alle Kinderschuh-Hersteller kindgerechte und gesunde Schuhe. Eine Beratung im Schuhgeschäft ist leider oft unzureichend bis mangelhaft. Eine Hilfestellung bildet der WMS-Kinderschuhservice. WMS steht für

„maßstandardisierte Kinderschuhe“ – verschiedener Hersteller, die Schuhe werden in drei verschiedenen Weiten (W= weit M = mittel und S = schmal   –  angeboten.

WMW-Schuhe finden Sie  u.a. von folgenden Firmen:

ELEFANTEN                  z.B. bei Deichmann – hier in -Freystadt

LURCHI by Salamander  z.B. bei SUTOR, Neumarkt

Superfit                        z.B. bei SUTOR Obere Marktstr. 27, Neumarkt

Richter                         z. B. bei SUTOR, Neumarkt

Ricosta

Elektronische Messgeräte – wie das von WMS – messen Fußlänge und – Fußweite. Die WMS-Kinderschuhe haben den notwendigen Abrollschub. Auch eine Wachstumsreserve und genügend Höhe und Weite für die Zehen werden berücksichtigt.

Eine einfachere Methode zur Feststellung der richtigen Schuhgröße ist der Mess-Schieber, der Fußlänge und Platzreserve – nicht aber die Fußbreite (hierzu benötigen sie weiterhin die Schablone)berücksichtigt.  Diesen Mess-Schieber können SIE bei mir direkt bestellen – !

Sie sehen – Kinderschuh-Kauf ist eine kleine Wissenschaft für sich – allerdings gilt das nicht nur für Kinderschuhe – eigentlich gelten die oben genannten Punkte auch für Erwachsenen-Schuhe…so sollte es jedenfalls sein!

Eine große Bitte habe ich noch – bevor ich das Thema Schuhkauf abschließe – BABYS brauchen keine Schuhe – denn sie laufen ja noch nicht!

Bitte lassen Sie den Füßen Ihres Babys noch die „FREIHEIT“ – denn diese Freiheit haben die Füße nur kurz, danach werden sie ein Leben lang in „Schuhen“ stecken und müssen so manche „Schuh-Sünde“ ertragen – …alle Frauen hier wissen wovon ich spreche…

Welche Möglichkeiten haben Sie als Eltern noch, um den Füßen Ihres Kindes „den richtigen Weg „ aufzuzeigen?

Wie wäre es mit einer spielerischen Fußgymnastik, die nicht nur ihrem Kind  – sondern auch Ihnen Spaß macht?

Eine gezielte Fußgymnastik kann ihrem Kind helfen, ein gutes Verhältnis zu seinen Füßen aufzubauen – was wiederum dazu führt, dass bereits einem Kind bewusst wird – wie wichtig Füße sind. Eine Studie zeigt – Kinder die ihre Füße mal von einer anderen Seite kennen gelernt haben – hegen und pflegen diese vielmehr und geben Ihnen als Eltern auch sofort „wichtige Informationen“ – wenn die Füße mal nicht so funktionieren (also schmerzen) wie sie es gelernt haben.

Und auch Ihnen als Elternteil gibt eine gezielte Fußgymnastik die Möglichkeit die Füße Ihres Kindes zu unterstützen und zu fördern.

Zu guter Letzt:

Ich arbeite bereits seit über 20 Jahren in diesem Beruf und glauben Sie mir – ich habe schon so deformierte und schmerzende Füße gesehen und behandelt,  die nur so geworden sind, weil uns NIEMAND erzählt hat, wie wir richtig mit unseren Füßen umgehen sollen und vor allem nicht in unserer Kindheit. Viele der heutigen Beschwerden bei Erwachsenen hätten vermieden werden können.

Und mal ehrlich: Behandeln wir unsere Füße nicht oft so, als müssten sie uns nicht ein Leben lang tragen? Verstecken wir sie nicht einfach in Strümpfen und Schuhen. Könnten unsere Füße nur sprechen, dann würden sie uns bestimmt oft zurufen: Bitte vernachlässigt mich nicht! Gebt mir Luft und Freiheit! Pflegt und hegt mich!

Geben Sie den Füßen Ihres Kindes die Möglichkeit „gesund und schmerzfrei“ durch´s Leben zu gehen – sie haben es verdient!

Ich bin gerne für Sie da und stehe Ihnen mit Rat und Tat zur Seite

Ihre Sabine Ossig